„Nativ extra“ ist kein Werbebegriff, sondern eine Handelsklasse des europäischen Rechts. Ein Öl muss dafür zwei Prüfungen bestehen: eine im Labor und eine bei einer Gruppe geschulter Verkoster.

Die Kategorien des Olivenöls

Die EU-Verordnung (heute die VO (EU) 2022/2104) teilt die nur mechanisch gewonnenen Öle in drei Gruppen:

  • Nativ extra: freie Säure höchstens 0,8 %, kein sensorischer Fehler und ein wahrnehmbares Fruchtaroma.
  • Nativ: freie Säure bis 2 %, kaum wahrnehmbare Fehler sind erlaubt.
  • Lampantöl: so nicht zum Verzehr zugelassen, es muss raffiniert werden.

Einfaches „Olivenöl“ und „Oliventresteröl“ sind Mischungen mit raffinierten Ölen und schmecken anders.

Säure schmeckt man nicht

Die freie Säure zeigt, wie stark die Fette der Olive abgebaut sind – etwa durch beschädigte oder zu lange gelagerte Früchte. Das Kratzen im Hals ist etwas anderes: Es kommt von den Polyphenolen und ist ein Qualitätsmerkmal.

Der Panel-Test

Geschulte Verkoster prüfen das Öl blind. Sie suchen drei positive Eigenschaften – fruchtig, bitter, scharf – und typische Fehler wie stichig, modrig, weinig oder ranzig. Ein einziger erkannter Fehler genügt, und das Öl ist nicht mehr „nativ extra“.

Das Etikett, kurz gesagt

Auf dem Etikett eines nativen Olivenöls extra ist die Herkunft Pflicht, „kalt extrahiert“ bedeutet, dass die Olivenpaste unter 27 °C blieb, und das Erntejahr darf nur stehen, wenn das ganze Öl aus dieser Ernte stammt. Was Pflicht, was freiwillig und was verboten ist, erklären wir in Das Etikett von nativem Olivenöl extra.

Richtig lagern

Licht, Wärme und Luft schaden dem Öl. Bewahren Sie es dunkel, fern vom Herd und bei 14–18 °C auf, in der dunklen Flasche oder im gut verschlossenen Kanister.